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17.09.2019
Fürther Verführung
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Mittelalter und frühe Neuzeit

Geschichte Fürth
Mittelalter und frühe Neuzeit
Mittelalter und frühe Neuzeit
Die Entstehung eines Königshofs in Fürth wird in fränkischer Zeit im 7. oder 8. Jahrhundert vermutet. Indizien wie die Widmung der ersten Kirche, der Kapelle St. Martin im Wiesengrund der Rednitz, deuten auf die Mitte des 8. Jahrhunderts. Einer Sage nach soll die Stadt gar durch Karl den Großen im Jahr 793 gegründet worden sein.
Die strategisch günstige Stelle an einer Rednitzfurt an der alten Straße von Frankfurt über Würzburg nach Regensburg, die im Wesentlichen der heutigen B 8 entspricht, bot ideale Voraussetzungen für eine Siedlung. Zugleich war eine relativ seichte Stelle der Pegnitz erreichbar, die eine Verbindung von Bamberg nach Süden ermöglichte. Die Furten sind heute durch Maxbrücke und Ludwigsbrücke ersetzt. Ob die wichtige Rednitzfurt an der Stelle der heutigen Maxbrücke lag, ist allerdings nicht sicher. Möglicherweise lag sie rund 250 m weiter nördlich, weshalb die Keimzelle Fürths im Wiesengrund im Bereich der Martinskapelle gelegen haben könnte und erst später auf etwas höheres Gelände verlegt worden sein könnte.
Gesichert wird Fürth zuerst in einer während der Synode von Frankfurt 1007 ausgestellten Urkunde Kaiser Heinrichs II. vom 1. November 1007 genannt; in dieser Urkunde schenkte Heinrich sein Eigentum „locum Furti dictum“ im Nordgau dem Domkapitel Bamberg. Daneben existiert eine gut 100 Jahre ältere Urkunde vom 19. März 907, die einen Gütertausch zwischen Kloster Fulda und Kloster Echternach bestätigt; den Tausch vollzog der ostfränkische König Ludwig das Kind vor dem Reichstag zu Fürth („actum in loco Furt dicto“). Der Ausstellort dieser Urkunde ist am ehesten, jedoch keineswegs mit unbedingter Sicherheit, als Fürth an der Rednitz zu deuten; sie gilt daher als umstritten.
1062 verlieh König Heinrich IV. Fürth erneut das Marktrecht, das sein Vater (König Heinrich III.) zwischen 1039 und 1056 an das um diese Zeit entstandene Nürnberg vergeben hatte.
Burggraf Konrad II. von Nürnberg (genannt „der Fromme“) gab 1314, unter Erneuerung der Stiftungsbriefe von 1303 und 1307, die Vogtei über Fürth an das Bistum Bamberg zurück. Da die Burggrafen von Nürnberg ihre landeshoheitlichen Ansprüche auf Fürth aufrechterhielten, standen sich als Rivalen somit zunächst der Bischof von Bamberg und die Burggrafen von Nürnberg (ab 1415 Markgrafen von Brandenburg-Ansbach) gegenüber. Hinzu kam dann aber auch noch die Reichsstadt Nürnberg. Diese sogenannte „Dreiherrschaft“ führte vom 15. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zu Streitigkeiten um die territorialen Rechtsgrundlagen, insbesondere um die hohe Gerichtsbarkeit und die Landeshoheit. Dieser besondere Status Fürths ermöglichte den Bewohnern allerdings auch besondere Freiheiten und legte den Grundstein für die erfolgreiche jüdische Gemeinde in Fürth.
Ab 1440 siedelten sich Juden in Fürth an. Sie errichteten um 1607 einen eigenen Friedhof und 1617/18 eine Synagoge. Vom Ende des 17. Jahrhunderts bis 1824 bestand hier auch eine Talmudschule.
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