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17.09.2019
Fürther Verführung
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Jüdische Gemeinde

Geschichte Fürth
Jüdische Gemeinde
Jüdische Gemeinde
Erste jüdische Einwohner gab es in Fürth nachweisbar ab 1440. Eine jüdische Gemeinde existierte zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht. 1528 gestattete Markgraf Georg der Fromme von Ansbach zwei Juden, sich gegen Schutzgeld für sechs Jahre in der Stadt niederzulassen. Ab 1556 wurde der Zuzug von Juden auch auf dem Domstift Bamberg unterstellten Gebiet der Stadt bewilligt. Die Ansiedlung war im gesamten Ansbacher und Bamberger Stadtgebiet gestattet, so dass es im Gegensatz zu anderen Städten nicht zu einer Ghettobildung kam. Nur das Nürnberger Gebiet war während der Zeit der "Dreiherrschaft" tabu, da die Reichsstadt Nürnberg der Aufnahme von jüdischen Familien ablehnend gegenüberstand.
Im 17. Jahrhundert gab es eine Gemeinde-Talmudschule, die ein hohes Ansehen genoss. 1617 wurde die erste Synagoge Fürths, die sogenannte Altschul, errichtet und 1653 das erste jüdische Krankenhaus Deutschlands. 1670 wurden viele Juden aus Wien aufgenommen, die durch Kaiser Leopold I. vertrieben worden waren, so dass es 1716 etwa 400 jüdische Familien in der Stadt gab. 1807 betrug der Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung 19 Prozent. 1824 wurde die Talmudschule durch die bayerischen Behörden geschlossen. 1862 erfolgte die Gründung einer jüdischen Volksschule und 1882 einer Mittelschule. Die höchste Zahl jüdischer Bürger wurde 1880 mit ca. 3300 erreicht.
Polenaktion: Im Nürnberger Hauptbahnhof warten am 28. Oktober 1938 polnische Juden aus Nürnberg und Fürth.
Am 28. Oktober 1938 wurden im Rahmen der sogenannten Polenaktion 54 polnische Juden aus Fürth ausgewiesen bzw. deportiert: 1939 zählte die israelitische Gemeinde in Fürth noch 970 Mitglieder, 1940 und 1941 noch über 600. Am 29. November 1941 wurde die „Juden-Evakuierung“ genannte erste Deportation von 94 Fürthern nach Riga angeordnet. Abfahrtsbahnhof war der Bahnhof Nürnberg-Märzfeld. 1942 zählte die israelitische Gemeinde noch 510 Mitglieder. Am 24. März 1942 mussten weitere 231 auf den Transport in den Tod, darunter 33 Waisenkinder des Jüdischen Waisenhauses Ecke Dr.-Hallemann-Straße/Rosenstraße 2, die über das Ghetto Izbica in die Vernichtungslager deportiert wurden, worüber eine Gedenktafel an dem Haus informiert, das heute als Synagoge genutzt wird. Keiner überlebte. Danach gab es in Fürth keine jüdischen Kinder mehr. An die Opfer der Shoa erinnern auch Gedenktafeln an der ehemaligen jüdischen Realschule Blumenstraße 31, auf dem Israelitischen Friedhof Erlanger Straße und auf dem bis 1880 genutzten Alten Jüdischen Friedhof. Im Januar 1943 zählte die israelitische Gemeinde noch 85 Mitglieder. Davon wurden 50 im Juni nach Theresienstadt „geschickt“.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde in Fürth ein DP-Lager für jüdische displaced Persons eingerichtet. Das Lager, in dem Ende 1945 bereits 850 Bewohner lebten, wurde im Juli 1950 aufgelöst. Die heutige Israelitische Kultusgemeinde Fürth hat ihren Sitz in der Blumenstraße. Sie hat etwa 475 Mitglieder, die überwiegend nach 1990 aus den GUS-Staaten zugezogen sind. Das Jüdische Museum Franken in Fürth zeigt die herausragende Bedeutung Frankens und insbesondere Fürths als Zentrum jüdischen Lebens in Süddeutschland.
Das Denkmal in der Aussegnungshalle (Gebäude von 1902) des Neuen Jüdischen Friedhofs Fürth nennt seit wenigen Jahren die Fürther Opfer des Holocaust. 887 Männer und Frauen jüdischen Glaubens sind hier auf Steintafeln genannt.
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